Review: Shadow of the Tomb Raider

Morgen erscheint der dritte und letzte Teil des Tomb-Raider-Reboots „Shadow of the Tomb Raider„. Mit freundlicher Unterstützung von Square Enix war es uns möglich, das Spiel schon vor Erscheinen zu spielen und euch einen Erfahungsbericht zukommen zu lassen. Ob es nun das verhoffte Erlebnis geworden ist oder ich enttäuscht wurde, könnt ihr im folgenden Review lesen. Inhalte, welche Spoiler zur Geschichte beinhalten, werde ich in extra Spoilerboxen packen! Bei diesen gilt also „Öffnen auf eigene Gefahr!“.

Story

Die Story ist gewohnt gut für ein Abenteuerspiel. Shadow of the Tomb Raider braucht sich nicht vor anderen Genregrößen wie Uncharted zu verstecken und versteht es zu unterhalten. Die Wendungen während der Geschichte sind unerwartet und der charakterliche Wandel von Lara ist gut nachzuvollziehen. Besonders auffällig war dabei für mich die tolle Inszenierung der Beziehung zwischen Laras bestem Freund Jonah und ihr selbst. Immer wieder fiel mir auf, dass ich selber gerade gerne zwischen den beiden vermitteln oder mit ihnen trauern wollte. Leider sind Lara und Jonah für mich auch die einzigen Charaktere, welche mich vollends überzeugt haben. Anderer Charaktere konnten leider nicht den nötigen Tiefgang aufweisen, was aber auch nicht so arg wichtig ist. Alles in allem ist die Geschichte des Spiels sehr gut geschrieben und es kommt zu keiner Zeit Langeweile auf.

Storyinhalt mit Spoilern

Das Spiel startet actionreich mit einem Flugzeugabsturz und es bleibt spannend. Man springt in der Zeit zurück und erlebt, wie Lara den Schlüssel von Chak Chel aus seiner Halterung zieht und somit eine Reihe von Naturkatastrophen auslöst. Nun liegt es an ihr, das dazugehörige Schloss zu finden und die Welt vor dem Untergang zu retten. Wie immer steht ihr dabei die Trinity-Organisation im Weg, welche ihre ganz eigenen Ziele verfolgt. Wird Lara erfolgreich sein? Findet es selbst heraus!

Eine kleine Bildergalerie mit Impressionen aus der Story

Gameplay

Beim Gameplay bin ich etwas zwiegespalten. Toll finde ich hierbei die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad des Spiels sehr individuell einzustellen. So kann man zum Beispiel die Rätsel sehr schwer gestallten, indem man sämtliche Hinweise ausschaltet, aber die Kämpfe gegen die KI-Gegner sehr leicht einstellen. So kann jeder für sich das passende Spielerlebnis konfigurieren. Was mir persönlich besonders gefällt ist, dass es wie schon in den vorherigen Teilen unzählige Sammelgegenstände gibt, welche dem Spieler die Hintergründe des Spiels noch näher bringen. Bei der Steuerung jedoch bin ich etwas enttäuscht: Während Klettereinlagen sich ausgesprochen gut steuern ließen und man selten Probleme mit Sprüngen hatte, wurde der Kampf in hektischen Situationen zum Graus. Besonders das Schleichen und gezielte Ausschalten der Gegner ohne bemerkt zu werden, fiel mir schwer. Das haben andere Spiele schon deutlich besser gemacht (zum Beispiel Assassins Creed). Besonders der letzte Boss hat mir aus diesen Gründen einige graue Haare beschert. Um jedoch wieder etwas Gutes zum Ausdruck zu bringen: Die verschiedenen Herausforderungs-Gräber und Krypten spielen sich sehr abwechselungsreich und die Rätsel glänzen mit ihrem individuellen Design. Im Gesamten ist das Paket schlüssig. Der Skillbaum hat sinnvolle Freischaltmöglichkeiten, welche Lara auf ihrer Reise sehr helfen und auch die hakelige Steuerung in den Kämpfen fällt, anhand der eher seltenen Konfrontationen mit Gegnern, eher nicht so ins Gewicht.

Hier seht ihr die verschiedenen Einstellungen zum Schwierigkeitsgrad

Grafik

Zur Grafik kann ich nur eins sagen: WOW! Was Eidos Montréal und Crystal Dynamics dort auf den Bildschirm gezaubert haben ist wirklich erste Sahne. Ich habe das Spiel auf der Playstation 4 Pro gespielt und war vom Aussehen der Spielwelt wirklich verblüfft. Besonders die Weitsicht in vielen Einstellungen war unglaublich. Aber auch die Detailverliebtheit des Dschungels war außergewöhnlich. Nimmt man sich die Zeit, den Urwald zu erforschen und ein wenig mit dem Fotomodus herumzuspielen, dann merkt man gar nicht, wie schnell eine halbe Stunde verflogen ist, in welcher man sich in der grünen Wunderwelt verloren hat. Besonders inszeniert sind auch die Höhlensysteme. Diese sehen so Real aus, dass Leute mit Platzangst eher die Augen schließen sollten, wenn Lara sich durch eine enge Spalte quetscht.

Sound und Musik

Auch hier kann ich fast nur Gutes berichten. Besonders die musikalische Untermalung der verschiedenen Szenarien ist sehr gelungen. So kommt in dramatischen Szenen eine sehr melancholische Musik, welche einen in ihren Bann zieht, während im Eifer des Gefechts eine eher hektische Musik den Zugzwang von Lara sehr gut auf den Spieler überträgt. Einzig die Abmischung der einzelnen Lautstärken von Stimme, Musik und Soundeffekten sind zum Teil nicht so gelungen. Dies führt dazu, dass man in manchen Szenen kein Wort versteht, ohne vorher die Lautstärkeeinstellung anzupassen. Dies geschieht aber nur selten und wird in naher Zukunft bestimmt durch einen Patch behoben.

Fazit

Ich hatte viel Spaß mit Shadow of the Tomb Raider und werde das Spiel sicher noch einmal spielen. Besonders gut hat mir die Inszenierung der Spielwelt gefallen und die dichte Atmosphäre der Geschichte. Was mich ein wenig enttäuscht hat, war wie oben schon beschrieben die schwierige Steuerung in den Kämpfen. Dort hätte man gerne noch etwas mehr Zeit hinein investieren können. Trotz dessen war der erneute Ausflug in die Welt von Lara Croft für mich ein wunderbares Erlebnis und ich hoffe, dass wir bald mehr von unserer Lieblingsarchäologin hören werden. Falls ihr noch etwas zu meiner Favoritenstelle des Spiels lesen wollt, könnt ihr das gerne im folgenden Spoiler tun

Meine Lieblingsstelle

Besonders das Gameplay mit der jungen Lara hat mir gut gefallen. Den Garten der Croft-Manor zu erkunden und dort das ein oder andere Geheimnis zu entdecken, war schon ein Erlebnis für sich. Auch der Nervenkitzel wenn Lara über die Dächer der Villa klettert bleibt mir gut in Erinnerung. Leider endet die Episode tragisch und hinterlässt so eine sehr bestürzte erwachsene Lara.

Marcel
Über Marcel 79 Artikel
Final Fantasy Fan durch und durch. Spiele seit fast 20 Jahren jegliches Final Fantasy was mir in die Finger kommt. Meine Lieblingsteile sind VIII und X. Wenn ihr noch mehr wissen wollt, schreibt mich gerne an =)

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