The Quiet Man: Review

Am 1. November 2018 wurde The Quiet Man released – ein etwas anderes Spiel, das keinem der bisherigen AAA-Titel ähnlich ist. Ich habe es für euch kurz nach der Veröffentlichung gestreamt und nun kommt mein Fazit dazu!

Erste Gedanken

Ein Spiel, dass gänzlich ohne Vertonung auskommt – wie bitte?!

Das haben sich viele gefragt, als Square Enix im Juni live von der E3 das extravagante Rollenspiel ankündigte. In den kommenden Wochen und Monaten wurden dann immer mehr Infos und Details bekannt, die allerdings für noch mehr Unklarheit und Skepsis sorgten. „Das Spiel soll gänzlich ohne Voice-Over und Geräusche auskommen“ hieß es. Aber wie soll das funktionieren? Das habe ich mich ebenfalls gefragt und mein Entschluss, mir The Quiet Man zu kaufen, war schnell gefasst. Außerdem bin ich ein Fan von Indie-Titeln, interaktiven Filmen sowie Walk-Simulationen.

Beim Download stockte mir leicht der Atem – das Spiel verbraucht ganze 25 GB! Nach etwa 50 Minuten Wartezeit ging es dann endlich los.

Das Spiel

Ich habe das Spiel auf dem leichteren der beiden Schwierigkeitsgrade gespielt.

Na gut, so gänzlich ohne Geräusche ist das Spiel dann doch nicht, dennoch ist es sehr interessant: Protagonist Dane ist taub. Um dies zu vermitteln und dem Spieler zu helfen, sich in Danes Rolle hineinzufinden, hat man ganz auf Voice-Overs und Umgebungsgeräusche verzichtet. Dane „hört“ lediglich seinen Herzschlag und wenn etwas Actionreiches mit seinem Körper geschieht, wie zum Beispiel während einer Prügelei. Dies wird durch das haptische Feedback im Controller zusätzlich unterstützt, denn während den Kämpfen und bei spannenden Erlebnissen könnte man meinen, der Controller explodiere gleich! Er passt sich dem Herzschlag von Dane sowie den Schlägen innerhalb der Kämpfe an. Das war eine sehr interessante und coole Erfahrung, und ich bin froh, nicht mit Tastatur und Maus gespielt zu haben. Außerdem hört man eigenartige, helle Geräusche, wenn Danes Gegenüber mit ihm spricht.

Man hat auch an viele weitere Kleinigkeiten gedacht, zum Beispiel dass Dane sein Handy nur durch den Vibrationsalarm registriert.

Die Steuerung während der Kämpfe war etwas gewöhnungsbedürftig, verlief mit der Zeit aber flüssiger. Der Fokus der Kamera lag nicht immer auf dem Gegner, woraufhin vorallem 1-gegen-1-Kämpfe schwierig zu organisieren waren. Auch waren die Zwischenbosse sehr stark und man ging schon nach wenigen Schlägen KO. Dies hat mir dann und wann die Stimmung vermiest, da man einfach nur die Geschichte erleben und nicht in den Kämpfen festhängen wollte. Das größte Manko war für mich im ganzen Spiel, dass die Gegner eine gefühlte Ewigkeit brauchten, um nach einem KO wieder aufzustehen. Da ist man gerade im Fluss der Schläge und prügelt auf alles, was zwei Beine hat ein – und der Gegner fällt hin. Erstmal bleibt er liegen und man denkt „Juchu, ich hab alle erledigt!“ und dann steht er nach langer Zeit doch wieder auf. Diese Animation hätte man ruhig ein wenig verkürzen können!

Viel gekämpft wurde im Vergleich zu den Filmszenen aber nicht. Die Entwickler gaben an, dass das Spiel aus etwa 60 Prozent Filmsequenzen bestehen sollte. Ich persönlich würde es auf eher 75 Prozent hochstufen, aber das hat mich nicht gestört. Der Wechsel zwischen den wundervollen Videos und den grafisch hochwertigen (Kampf-) Szenen war passend und gab immer wieder neuen Anreiz, weiterzuspielen. Details zur Story möchte ich ungern preisgeben, da vieles nicht so ist, wie es im ersten Moment scheint. Es kann dann und wann zu Missverständnissen und Unklarheiten kommen – ob diese am Ende gelöst werden? Erfahrt es einfach selbst und legt los!

Nach dreieinhalb Stunden hatte ich das Spiel abgeschlossen. Die Endsequenz mit dem Soundtrack von Imogen Heap war wundervoll anzuhören und anzusehen und verlieh dem Spiel einen gewissen Charme.

Mein Fazit

Das Spiel lohnt sich definitiv – wenn man sich darauf einlässt. Es ist, wie bereits mehrmals erwähnt, kein „normales“ Rollenspiel. Man kann es als einen interaktiven Film bezeichnen, in dem man ab und an die Rolle des auf Gegner einprügelnden Protagonisten einnimmt. Dies kann einem allerdings immer mal wieder die Stimmung vermiesen und das Feeling verfliegt, weil der Gegner einfach keine Schläge kassiert. Oder wir eben zu viele. Trotz diesem Mankos ist The Quiet Man ein Muss für jeden, der Indie-Spiele mag und auf der Suche nach einem außergewöhnlichen Spieleerlebnis ist!

Ein Tipp: für das gewisse Etwas solltet ihr unbedingt mit dem Controller spielen! Ich selbst bin zwar kein Konsolen-Kind, da ich immer auf PC gespielt habe, aber STEAM bietet vollen Controller-Support an, der sich auf jeden Fall lohnt.

The Quiet Man ist digital-only für Playstation 4 und PC erhältlich und kostet 14,99 Euro. Wer in den ersten beiden Wochen den Download wagt, den erwarten auf beiden Platformen einige nette Extras sowie ein kleiner Preisnachlass.

Unseren Stream könnt ihr euch auf unserem CU Twitch-Kanal nochmal anschauen!

Bilderquelle: Square Enix

Franziska
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