Review: Dragon Quest VII: Reimagined

Review: Dragon Quest VII: Reimagined


Vielen Dank an Square Enix & MSM Digital für das Bereitstellen der von uns genutzten Review-Version!
Wir haben dieses Spiel für PlayStation 5 getestet.


Genre: Klassisches rundenbasiertes JRPG

Entwickler / Publisher: © ARMOR PROJECT/BIRD STUDIO/SQUARE ENIX, © SUGIYAMA KOBO ℗ SUGIYAMA KOBO

Singleplayer Game

Ungefähre Spielzeit: circa 50 Stunden für die Hauptstory, im leichtesten Schwierigkeitsgrad ohne sich lang mit Nebenbeschäftigungen „aufzuhalten“.


Hinweis!

Vorweg möchte ich euch warnen, wer ein komplett spoilerfreies Review haben möchte, der liest bitte nur das Fazit! Einige Dinge müssen angesprochen werden, um über bestimmte Funktionen informieren zu können. Diese könnten aber potenzielle Spoiler sein (je nachdem wie „empfindlich“ ihr da auch seid). Seht es mir bitte nach.

 

Das Spiel ist mit schlanken 7,51 GB schnell heruntergeladen und installiert. So dass es fix losgehen kann. Dragon Quest VII: Reimagined ist ein Remake des Playstation 1 Spiels aus dem Jahr 2000 und wurde bereits 2016 für den Nintendo 3DS neu aufgelegt.

Die Geschichte

Ihr seid der Sohn eines Fischers, welcher eigentlich nur mit seinem Vater auf See fahren will, um Fischen zu gehen. Bis dahin existiert auf der gesamten Welt nur eine Insel. Euer Freund Gismar und auch die freche Maribel wollen allerdings auf die ein oder andere Weise herausfinden, ob es noch mehr gibt. Mehr als eine Insel mit wenigen Orten.

Und tatsächlich!

Ihr findet weitere Inseln, allerdings isoliert und einige Jahrhunderte in der Vergangenheit liegend.

Sobald ihr die jeweiligen Inseln von den Mächten des Dämonenkönigs befreit habt, erscheinen diese auch in eurer Gegenwart! Und so machen ihr und eure Freunde euch auf den Weg eine Insel nach der anderen zu besuchen und zu befreien, bis eure Welt wieder mit Leben gefüllt ist.

Die Inseln erscheinen natürlich nicht einfach so, um in die Vergangenheit reisen zu können müsst ihr Tafelfragmente finden. Diese zusammenpuzzlen und so ein Portal erschaffen. Zum größten Teil ist dies linear gestaltet, hier und da habt ihr aber immer mal wieder Wahlfreiheit in der Reihenfolge eurer Erkundungen. Habt ihr die Hauptquest einer Insel erledigt solltet ihr euch diese  unbedingt in der Gegenwart mal ansehen. Ich fand es immer sehr interessant zu sehen, was aus den Inseln in all den Jahren geworden ist.

Das Spiel ist generell ab 6 Jahren empfohlen. Ich persönlich finde das etwas jung. Zum einen werden sehr junge Spieler vieles nicht verstehen und einige Stellen fand ich auch relativ brutal. Versteht mich nicht falsch, es fließt kein Blut aber die implizite Darstellung mancher Handlungen wirkt ja manchmal schlimmer als sie dann letztendlich gezeigt werden.

Auch muss ich erwähnen, dass ihr SEHR viel lesen müsst. Teilweise erscheint Dragon Quest VII: Reimagined wie ein interaktives Buch. Ich als Germanistin finde das super. Ich habe es geliebt jede Geschichte der verschiedenen Bewohner zu erfahren, aber ich denke, dass das ein Minuspunkt für viele sein kann. Für mich war jede Geschichte eine Bereicherung für die Spielwelt und das Worldbuilding an sich. Auch jeder Nebencharakter hat etwas zu erzählen. Hier passieren auch ab und an witzige, verstörende oder auch traurige Dinge, die euch entgehen, wenn ihr keine Lust zu lesen habt. Ich kann aber auch gut verstehen, dass es für manche Leute einfach zu viel ist. Ich selbst musste auch ab und an Spielpausen einlegen, weil meine alten Augen müde wurden. Aber der Drang zu erfahren, welche Abenteuer noch auf mich warten hat mich sehr motiviert stetig weiterzuspielen.

Jede Insel ist halt ein komplett neues Erlebnis. Andere Leiden, andere Charaktere, eigene Kulturen. Und hier finde ich es super schön, dass es eine halbsynchronisierung gibt. Ihr könnt zwischen englischen und japanischen Stimmen wählen. Ich habe die Englischen gewählt und wurde so oft überrascht. Je nach Insel habt ihr einen Französischen, polnischen, Schottischen oder anderen Akzent, die für Schmunzler und Immersion sorgen. Normalerweise stelle ich die Stimmen in den Audioeinstellungen immer sehr leise, hier war ich aber froh, dass ich es nicht umgestellt habe! Es lohnt sich wirklich da mehr hinzuhören. Die Dialekte und Akzente spiegeln sich auch in den geschriebenen Texten, zum Teil, wider. ICH LIEBS <3

Spielmechanik

Generell gibt es, wie in jedem modernen Spiel, das automatische Speichern. Was euch etwas Luft zum Atmen gibt, falls ihr mal gegen den ein oder anderen Gegner verlieren solltet. Abgesehen davon könnt ihr auch, wie in Dragon Quest gewohnt, bei Kirchen speichern…also beichten.

Was ich sehr positiv fand ist, dass ihr jedes Mal, wenn ihr euren Speicher ladet, gefragt werdet ob ihr euch nochmal die Erinnerungen eurer Abenteuer anschauen wollt. Das sorgt dafür, dass man auch nach einer längeren Spielpause immer weiß, was man zuletzt erlebt hat und wo es jetzt hingeht.

Das Spielmenü ist sehr minimalistisch gehalten aber ausreichend dargestellt. Wie aus JRPGs gewohnt kann man hier den Status seiner Gruppenmitglieder prüfen, seine Berufe und jeweilige Fähigkeiten überblicken, sich Informationen über besiegte Monster und gesammelte Minimedaillen anschauen und einen Überblick über die Tafelfragmente einsehen. Hier könnt ihr auch immer alles zur Geschichte und den bessuchten Orten nachlesen. Mit Gegenständen im Inventaransehen kann interagieren werden und das kann an der ein oder anderen Stelle wichtig sein. Bei den Systemeinstellungen gibt es, bis auf die gewohnten Mechaniken wie Bildschirmeinstellungen, Steuerung und Audioeinstellungen auch noch die Schwierigkeitsgrad-Einstellung.

Diese hat mir besonders gut gefallen, denn hier bestimmt ihr selbst wie sich das Spiel für euch verhalten wird. Ein Beispiel: Dadurch, dass ich für das Review gespielt habe, bietet es sich immer an einen leichten Schwierigkeitsgrad zu wählen. Dadurch hatte ich keine Herausforderung, allerdings hat sich das Spiel für mich wie ein Cozy-Game angefühlt. In Kombination mit der Musik und dem Design des Spiels war es wirklich sehr entspannt. Indem ich aber den verursachten Schaden und/oder die Monsterstärke nach oben skaliere, kann ich mir selbst Herausforderungen schaffen. Auch die Aktivität der Monster hat Auswirkungen darauf, wie ich mich zum Beispiel auf der Welt oder in Dungeons bewege. Sollen sie mich angreifen oder lieber nicht? Das sorgt natürlich dafür, dass ich entweder etwas vorsichtig und ängstlich durch die Welt laufe oder entspannter.

Gameplay

Plaudern mit Freunden: Wie zum Beispiel in Tales of Symphonia und anderen Spielen könnt ihr auch hier unterwegs mit euren Freunden plaudern. Hier war ich zum Teil etwas genervt, da ich richtige Gespräche erwartet hatte. Dies machte aber nur einen kleinen Teil der Plauderei aus. Meistens haben meine Gruppenmitglieder mich gehetzt und gesagt, dass ich doch bloß keine Umschweife machen soll, was ich getrost ignoriert habe, oder sie haben mir immer wieder mitgeteilt was denn jetzt das nächste Ziel war. Da ich generell aufmerksam bei der Sache war, ging mir das schon oft auf die Nerven. Lediglich bei schwereren Rätseln (falls man das so benennen kann) waren die Plaudereien hilfreich.

Passend dazu: Ihr habt einen „Zielmarker“ und zwar ständig. Ab und an müsst ihr selbst noch nachdenken wo ihr gerade hinmüsst, aber dieser lässt sich leider nicht ausschalten. Er wird euch meist auf der Karte angezeigt und markiert Personen mit denen ihr sprechen sollt. Das fand ich etwas schade und hier sieht man, dass das Spiel für Menschen ab 6 Jahren designed worden ist. Irgendwann fand ich es echt nervig, das sowohl meine Gruppenmitglieder als auch das Spiel selbst mir immer anzeigt was ich jetzt als nächstes machen muss um weiterzukommen. Ich weiß, dass das bei so ziemlich jedem Spiel aus den letzten Jahren gang und gebe ist, aber es nervt mich einfach.

Und obwohl das Spiel es euch echt leicht macht gibt es leider keinerlei Markierungsmöglichkeit von Dingen auf eurer Karte. Da hätte man nachbesser können. Gerade bei Dingen die man noch nicht zu Beginn einsammeln kann.

Sammeln sammeln sammeln: Egal ob Fässer oder Vasen. ALLES muss zerstört werden. Überall – und ich meine wirklich ÜBERALL – können Schätze sein. Das machte mir wirklich viel Spaß. Dadurch, dass die Orte meist überschaubar sind, hatte ich auch immer das Gefühl, dass ich alles zu 100% clearen kann. Also wirklich befriedigend. Achtet auch auf Kisten und Funkelflecken!

Irgendwann kam ich zu einem Punkt, an dem ich manche Kisten aber nicht öffnen konnte, wisst ihr was? Das hat mich total gefreut, weil ich wusste, dass ich bald zurückkommen werde. Dadurch wird eine Insel nicht vergessen und ich werde die Bewohner wiedersehen. Außerdem könnt ihr via Kurzbefehl anzeigen lassen, wie viele Schätze sich noch an einem Ort befinden. Geht eure Reise also weiter, wenn ihr alles erledigt habt, oder müsst ihr nochmal an die Suche gehen?

Auf weiter See
Dungeon Innenansicht

Ihr merkt bestimmt schon, dass es wichtig sein könnte zwischen Orten hin und herzureisen. Damit das kein sinnloses hin- und hergerenne ergibt (und auch das kommt leider das ein oder andere mal in übertriebener Art und Weise vor) könnt ihr schon früh am Anfang die Teleportation nutzen. Das spart euch enorm viel Zeit und Mühen!

Die Monster: Wenn man in der Nähe eines Monsters steht, kann es angegriffen werden. Entweder verringert das die HP des Monsters und er startet mit weniger HP den Kampf oder, ihr seid so stark, dass sich ein Kampf gar nicht wirklich lohnt und der Gegner wird sofort vernichtet. Dafür erhaltet ihr einen Teil der Goldmünzen, EP und auch Gegenstände. Das ist insofern praktisch, dass ihr euch nicht jedes Mal in einen Kampf „ziehen lassen“ müsst. Ihr erledigt alles beim Vorbeigehen und heimst trotzdem Gold und EP ein. Es kann tatsächlich auch passieren, dass ihr so stark seid, dass eure Gegner bei eurem Anblick fliehen. Die Armen…

Generell war ich oft amüsiert über die Monster. Die stehen halt nicht nur rum, manche streiten sich, manche wollen nur ein Nickerchen halten. Einige spielen fangen oder beobachten den Sonnenuntergang. Das hat eine eigene Art von Leben in das Spiel gebracht.

Musik und Sounddesign

Generell wurden die originalen Sounds beibehalten und aufgefrischt. Euch wird ein völlig moderner Soundtrack geboten auf Grundlage der originalen Stücke. Manches erscheint etwas kurz und repetitiv aber alles in allem hat es mir gut gefallen. Was ich ziemlich lustig fand, ist, dass manche Sounds aus dem OG unbearbeitet beibehalten wurden. Und das hört ihr zum großen Teil in den Kämpfen oder bei den Kurzbefehlen. Man könnte also sagen, dass Nostalgie und Moderne ineinander verschmelzen.

Ich muss zugeben, dass die verschiedenen Stücke keine hardcore Banger sind wie bei Nier oder Final Fantasy, allerdings tragen diese Stücke zu meiner persönlichen Cozy-Spielerfahrung bei.

Der Kampf

Generell seht ihr eure Gegner zu 90% immer auf der Karte und könnt entscheiden, je nach eigener Spieleinstellung, ob ihr euch einen Kampf stellen wollt oder nicht. Das Kampfsystem ist rundenbasiert.

Gut finde ich, dass man die gesamte Zeit über seine Charaktere sieht, diese haben wirklich großartige Animationen. Wie in jedem guten JRPG haben eure Gegner bestimmte Schwächen und Resistenzen, die euch auch angezeigt werden. Ihr könnt natürlich auch eine Bandbreite von negativen Zuständen von den Monstern zugefügt bekommen.

Zu Beginn und auch jederzeit im Menü könnt ihr eine Taktik wählen. Über die Taktik im Kampf könnt ihr individuelle Spielerfahrungen schaffen. Je nach gewählter Taktik agieren die Charaktere auch. Soll ein Charakter „Gnadenlos sein“ und ihr klickt im Kampf auf Kämpfen, dann läuft das auch genauso automatisch ab. Wählt ihr in der Taktik „Befehle folgen“ spielt ihr das klassische Kampfsystem. Hier könnt ihr selbst angriff oder bestimmte Talente auswählen.

Außerdem könnt ihr auch jederzeit im Kampf eure Ausrüstung wechseln oder eure Gruppenmitglieder. Außerdem kann auch die Kampfgeschwindigkeit angepasst werden. Aber Vorsicht, stellt ihr diese auf sehr schnell, könnten euch Texte innerhalb des Kampfes entgehen, weil diese zu schnell eingeblendet werden. Die Kampfautomatik sorgt dafür, dass ihr euch entspannt zurücklehnen könnt. Eure Kämpfer erledigen schon alles für euch.

Eure Charaktere sind ab und an mit so vielen Emotionen geladen, dass sie Berufsspezifisch zusätzliche Aktionen ausführen. Sei es, dass sie der Gruppe einen Buff geben oder einen mächtigen Angriff entfesseln. Das bringt nochmal mehr Action in den Kampf und je nach Berufskombinationen kann hier taktisch vorgegangen werden. Die Bosskämpfe sind etwas herausfordernder als die Trashmobs, aber genau so sollte es auch sein.

Falls ihr noch eine kämpferische Herausforderung sucht, gibt es auf den Inseln oft besonders starke Gegner für euch, an denen ihr euch messen könnt.

Was ein Makel für mich war, und das hatte ich bereits schon in meinem Preview angemerkt, ist das der Ton ausgeht, sobald ihr einen Kampf beendet habt. Außerdem müsst ihr dann auch erstmal ellenlange Textboxen wegklicken, die euch über eure EP, Gold und Berufspunkte aufklären. An der ein oder anderen Stelle im Spiel hat mir das echt ein wenig die Immersion genommen. Ich wünschte, dass man das Ende eines Kampfes schneller wegklicken kann.

Berufung

In Dragon Quest VII: Reimagined könnt ihr verschiedene Berufungen erlernen. Dies passiert erst später im Spiel. Erweitert dieses aber ungemein. Dabei wird unterschieden zwischen:

  • Anfängerberufung, das sind diese die euch dann direkt zur Verfügung stehen zum Beispiel Krieger oder Zauberer
  • Profiberufung, hierfür müsst ihr bestimmte Anfängerberufungen maximal leveln. Dafür schaltet ihr zum Beispiel den Gladiator oder Schwertmagier frei
  • Expertenberufung, hierfür müsst ihr verschiedene Profiberufungen meistern, um einen Druiden oder Champion spielen zu können.

Je nach Berufung habt ihr natürlich andere Talente die ihr im Kampf nutzen könnt. Hier gilt das Prinzip: je mehr ihr die Berufe auflevelt desto stärkere Fähigkeiten schaltet ihr dementsprechend frei. Dadurch, dass ihr einen Haupt- und einen Nebenjob wählen könnt, habt ihr die Möglichkeit verschiedene Talente zu kombinieren und auszuprobieren. Ein Krieger der auf Heilzauber spezialisiert ist zum Beispiel.

Was ich leider sehr schade finde, ist dass die Kostüme der Berufe nicht angezeigt werden. Bei der 3DS Variante des Spiels fand ich das eigentlich sehr schön. Ein Wechsel eurer Berufungen ist im Übrigen jederzeit möglich!

Die Welt und Grafik

Irgendwann entsteht nach und nach eine große Welt, klar ihr seid am Anfang auf einer einzigen Insel. Und nach jedem kleinen Abenteuer in den eher überschaubaren Orten tauchen mehr und mehr Inseln in eurer Gegenwart auf. Dadurch, dass Dragon Ques VII:Reimagined ein Remake ist und man nicht erwarten kann, dass die Entwickler sich 2000 individuelle Nebencharaktere ausdenken, doppeln sich die Nebencharaktere innerhalb der Welt. Also es gibt 5 verschiedene Looks für Kinder, 5 für Frauen und so weiter. Mich persönlich hat es nicht wirklich gestört.

Generell muss erwähnt werden, dass der Diorama Stil des Spiels wunderschön ist. Hier und da gab es ein paar Momente wo die Strukturen noch nachgeladen haben oder das Bild etwas kruselig war, aber das störte mich auch nicht. Die Welt und die Charaktere sind total niedlich und klar gestaltet. Was mir auch sehr gefallen hat ist der Mut zur „Hässlichkeit“. Seien wir mal ehrlich… Maribel ist keine Schönheit und auch Gismar mit seinem Riesenkinn ist nicht der typisch, hübsche Hauptcharakter den man aus anderen Spielen gewohnt ist. Aber genau das, habe ich wirklich gemocht. Die Diversität der Charaktere, die Kulturen, die uns auf den Inseln präsentiert werden und auch die sehr speziellen und einzigartigen Charaktereigenschaften machen es einem als Spieler sehr leicht in die Welt einzusteigen und sich irgendwie wie zu Hause zu fühlen.

Es gibt zwar kein New Game + allerdings kann nach dem Beenden des Spieles weitergespielt werden, um Schätze zu sammeln weiteres zu erkunden und sich neuen Herausforderungen auf der Welt zu stellen. Hierauf freue ich mich nachdem ich dieses Review verfasst habe besonders.

Und auch euch lege ich diesen Epos ans Herz! Nach circa 50 Stunden Spielzeit auch weiter Spaß mit dem Spiel haben zu können motiviert mich total. Vergesst nicht, ich habe alles auf leicht gestellt und habe mir an vielen Stellen keine Zeit zum Erkunden gegeben, damit ihr heute das Review zeitig lesen könnt.

Fazit

Dragon Quest VII: Reimagined ist kein Spiel, das dich anschreit oder mit Spektakel überlädt, es nimmt dich an die Hand, setzt dich ans Lagerfeuer und erzählt dir eine Geschichte nach der anderen. Und zwar viele. Sehr viele.

Was hier geboten wird, ist ein klassisches, bewusst altmodisches JRPG-Erlebnis im modernen Gewand. Die Inselstruktur sorgt dafür, dass sich jede neue Station wie ein eigenes kleines Drama anfühlt, mit eigenen Kulturen, Problemen, Tragödien und manchmal auch herrlich absurden Momenten. Wer Worldbuilding liebt, wird hier regelrecht gefüttert. Die Welt wirkt nicht wie eine Kulisse, sondern wie ein Ort, an dem Menschen leben, mit Dialekten, Eigenheiten und kleinen Geschichten am Wegesrand.

Spielerisch ist das Ganze angenehm flexibel. Durch die anpassbaren Schwierigkeitsoptionen kann sich das Abenteuer entweder wie ein entspanntes Cozy-RPG anfühlen oder zu einer taktischen Herausforderung werden, bei der Berufe, Schwächen, Zustände und Teamzusammenstellung wirklich zählen. Das Berufssystem ist dabei das Herzstück der Langzeitmotivation und lädt zum Experimentieren ein.

Gleichzeitig merkt man dem Spiel seine Wurzeln deutlich an und das ist nicht immer positiv. Der daueraktive Zielmarker, sehr viel erklärender Dialog durch Gruppenmitglieder, lange Textpassagen nach Kämpfen und kleinere technische Unsauberkeiten (wie der Soundabbruch nach Gefechten) bremsen stellenweise die Immersion. Auch wer wenig liest oder schnelle Action erwartet, wird hier eher ungeduldig als begeistert sein.

Unterm Strich ist dieses Remake vor allem eines: eine Liebeserklärung an langsames, erzählerisches Rollenspiel. Es ist kein Spiel für zwischendurch, sondern eines, in das man sich fallen lassen muss. Wer bereit ist, Tempo gegen Atmosphäre zu tauschen, bekommt ein warmes, manchmal melancholisches, oft charmantes Abenteuer, das sich eher wie ein interaktiver Roman als wie ein modernes Action-RPG anfühlt.

Weniger geeignet für

  • Spieler, die viel Action und Tempo erwarten
  • Menschen, die Dialoge überspringen
  • Leute mit wenig Geduld für Lesetext und Storyfokus
  • Spieler, die sich stark an UI-Hilfen und Zielmarkern stören
  • Alle, die nur ein kurzes Spiel suchen

Perfekt für

  • Story-Liebhaber
  • Fans von Worldbuilding & Figuren
  • Spieler, die gerne alles absuchen und sammeln
  • JRPG-Veteranen, die klassische Systeme mögen
  • Cozy-Gamer, die auf leicht einfach entspannen wollen

Die Wertungen

Damit kommen wir dann zu den Wertungen.

Gameplay:

85

Animiert stetig zum Weiterspielen, hat aber einige nervige Unterbrechungen.

Sound:

70

Ist sehr solide aber etwas platt.

Grafik:

85

Wunderschönes Diorama feeling. Die Charaktere und auch die Welt sind wunderschön.

Geschichte:

99

Sehr, sehr detailliert!

Gesamtwertung
85

Kurz gesagt:
Wenn du ein lautes, schnelles, effektgeladenes RPG suchst, geh weiter.
Wenn du aber Lust auf eine lange Reise voller kleiner Geschichten, ruhiger Momente, taktischer Kämpfe und viel Herz hast, dann ist Dragon Quest VII: Reimagined genau dein Spiel.

Wenn ich euer Interesse wecken konnte, könnt ihr das Spiel selbst über eine vollumfängliche Demo selbst ausprobieren.

Dragon Quest VII: Reimagined erscheint am 05.02.2026 für Nintendo Switch 2, PlayStation 5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch als digitale und physische Version.

Ihr könnt noch vorbestellen und erhaltet bei der digitalen Version einen 48 Stunden Early Accsess.

Auf Amazon, im Square Enix Store, auf Steam, im Nintendo eShop und im Microsoft Store.

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