Review: Paranormasight: The Mermaid’s Curse
Vielen Dank an Square Enix & MSM.digital für das Bereitstellen der von uns genutzten Review-Version!
Wir haben dieses Spiel für PC (Steam) getestet.
Kurzer Disclaimer vorweg: Dieses Spiel gehört zu einem Genre, das ich wirklich gerne spiele – vorausgesetzt es ist gut gemacht. Wer mit diesem Spiel liebäugelt, muss viel lesen und das auf Englisch. Das sollte jedem klar sein, bevor er sich jetzt fünf Seiten Text darüber durchliest und dann sagt: Mensch Micha, ich hatte ja gar keine Ahnung, was du mir da empfiehlst. Ist das so weit klar? Super, dann kann es ja losgehen.
Das Genre der Mystery Visual Novel hat eine ziemlich lange Reise hinter sich, die mich aber auch schon seit gut zwei Jahrzehnten fesselt. Ich weiß noch als ich irgendwann in der Grundschule über das Konzept eines Emulators, sowie Übersetzungen gestolpert bin. Ich bin bilingual aufgewachsen, konnte also die englische Sprache im Rahmen eines 10 Jährigen Grundschülers ganz gut. Da habe ich zwei erstmal seltsame Spiele für mich entdeckt – Policenauts und Snatcher. Was eine Visual Novel ist oder gar ein Kojima (von dem beide Spiele stammen) wusste ich nicht.
Also spielte ich beides, in eher mittelmäßigen Übersetzungen und habe so ziemlich kein Wort verstanden. Was ich jedoch verstand: Die Ästhetik, die skurrile Handlung und der gar nicht mal geringe Gewaltgrad zogen mich in den Bann. Durchgespielt hatte ich beide dann erst sehr viele Jahre später. Ebenfalls Jahre später bekam ich einen Nintendo DS. Dort hatte ich dann – Lest kurz mal nicht mit, Nintendo – über eine R4 Karte Ace Attorney und später Professor Layton kennengelernt. Dann gab es noch 999, Hotel Dusk, Trauma Center und viele mehr. Ich habe sie geliebt.
Ich war offiziell verkauft an das Genre. Gab es eine seltsame Visual Novel, die mehr bot als reines lesen, so ward ich verkauft. Was all diese Spiele irgendwo gemeinsam haben: Es sind alles Nischenprojekte gewesen. Die Entwickler, die heute noch im Rennen sind, gehören auch zu den Urvätern des Genres. Das betrifft allen voran Danganronpa, Ace Attorney (sofern wir jemals ein neues bekommen), AI – The Somnium Files (Entwickler der Zero Escape Reihe) usw.
Meine viel zu lange Einleitung spielt also auf folgendes ab. Irgendwann im Jahr 2023 entschließt sich Square Enix einfach mal eine neue IP zu schaffen, haut dafür einige kreative Köpfe zusammen, wie beispielsweise den Art Director von The World Ends with You und kreiert damit eine Mystery Visual Novel, die nicht nur fantastisch gruselt, sondern auch Hirn fordert. Der erste Teil ist wärmstens empfohlen, gerade auch für Leute die dem Genre eher nichts abgewinnen können.
Und jetzt – 3 Jahre später später steht mit The Mermaid Curse ein neuer Teil in den Startlöchern. Und ob das was taugt – das erfahrt ihr jetzt.
Die Handlung
Da möchte ich an der Stelle mal ausnahmsweise wenig verraten – bis gar nichts. Kurzum geht es um den Mythos der japanischen Meerjungfrau und damit verbundene Morde. Aus der Perspektive verschiedener Figuren erleben wir die Geschichte mit allen ihren Wirrungen. Anders als im Vorgänger nimmt die Exposition sich hier aber mehr Zeit als ca. 5 Minuten. Das bedeutet ihr werdet gerade in den ersten Stunden erstmal etwas Sitzfleisch brauchen, bevor sich ein großes Ganzes anbahnt. Auch der Horrorfaktor des ersten Teils fällt hier deutlich geringer aus, während wir in Honjo noch nahezu jeden Ort mit Nervenkitzel erforscht haben, geht es hier etwas ruhiger zu. Die Handlung ist dadurch jedoch nicht langweiliger sondern weitestgehend einfach etwas aufgebaut. Punktabzug gibt es für die manchmal zu lange Exposition, während Geschichte und Charaktere sehr gut überzeugen.
Die Grafik
Wie eingangs erwähnt, passiert hier recht wenig optisch. Wir haben skurrile Charakterportraits mit geringen Animationen. Während letzteres in anderes Genre eher fatal wäre, funktioniert das hier im Bezug auf das Ambiente sehr gut. Die Szenarien sind grundsätzlich auch alle sehr schön, oder zumindest verstörend ansehnlich. Jedoch muss ich zugeben, dass die minimale Animation der Figuren manchmal schon etwas seltsam anmutet. Insgesamt punktet die Optik hier aber gut.
Die Musik
Wie bereits im Vorgänger ist, die musikalische Untermalung, sowie das Design der Sound Effekte spot on. Lasst es mich erklären: Da passiert in der Regel nicht viel auf dem Bild. Das ist ein Genre, das davon lebt, die geringen Ressourcen zu nutzen, die es zur Verfügung hat. Entsprechend müssen Art- sowie Sounddesign hier vieles liefern. Das funktioniert hier sehr gut. Hier ist sowohl die Effektlage gut gewählt als auch die insgesamte Musik. Das Titellied gefällt mir hierbei besonders gut. Es vermittelt direkt das Gefühl, dass wir uns in ungewohnte Gefilde abgeben und hier etwas nachgehen, was übernatürlicher Natur ist.
Spieldesign
Wir bewegen uns von Szenario zu Szenario und von Charakter zu Charakter. Geht es an einem Punkt nicht weiter, müssen wir erstmal zu den anderen Spielfiguren switchen. So hangeln wir uns durch die Handlung von Paranormasight – The Mermaids Curse. In den Szenarien selbst schauen wir uns um, schauen uns einzelne Gegenstände oder Personen an und reden mit letzteren alle Punkte ab. Dabei lernen wir immer neue Perspektiven kennen und runden das ganze noch etwas ab mit ein paar Minispielen. Letztere sind gegenüber dem Vorgänger eine schöne kleine Ergänzung. Einige Rätsel im Spiel verlangen auch, dass wir uns wie Spieler verhalten. Aus Spoilergründen gehe ich hier jetzt nicht darauf ein, doch seid gewisse: Paranormasight testet in erster Linie gerne eins – nämlich euer Gehirn.
Die Wertungen
Damit kommen wir dann zu den Wertungen.
Handlung:
Etwas schwächer als der Vorgänger, trotzdem sehr spannend
Grafik:
Wirkt teilweise etwas hölzern, ist insgesamt aber eine sehr schöne Visual Novel
Musik:
Passt sich hervorragend an das Spielgeschehen an und klingt nahezu einwandfrei
Spieldesign:
Kann sich auf 12 Stunden etwas ziehen, aber Grundsolides VN Gameplay
Gesamtwertung
Bei Parnormasight – The Mermaids Curse handelt es sich um eine wirklich gute Visual Novel, somit geben wir hier in der Gesamtwertung:
Fazit
Ihr merkt – so viel kann man darüber gar nicht sagen. Parnormasight – The Mermaids Curse ist bereits wie sein Vorgänger eine wirklich gute Visual Novel, die zwar etwas länger braucht, aber dann auch bis zum Ende hin fesselt und packt. „Kritikpunkte“ sind die fehlende deutsche Lokalisierung, sowie die Tatsache das ihr echt gerne lesen müsst, um hier durchzukommen. Für mich ist das beides ziemlich wumpe, verstehe aber wenn das manch einem sauer aufstößt. Den Vorgänger müsst ihr hierfür nicht zwingend gespielt haben, lege ich euch aber für ein paar Punkte ans Herz. Inhaltlich sind beides in sich geschlossene Handlungen. Achso und nach ca. 11-12 Stunden ist hier auch schon wieder Schluss. Für einen Preis von 30€ ist das jedoch mehr als verkraftbar, denn hier bietet man euch auch einiges.
Paranormasight: The Mermaid’s Curse, steht seit dem 19. Februar 2026 als rein digitale Version für PC (Steam), Nintendo Switch/Switch 2 sowie Andriod und iOS zur Verfügung und kostet 24,99€.


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