Legend of Mana – Review

Legend of Mana erscheint endlich außerhalb Europas. Die überarbeitete Version des Spiels ist ab dem 24. Juni 2021 verfügbar. In Japan erschien dieses unterschätzte Meisterwerk im Jahr 1999 für PlayStation. Das märchenhafte Charakterdesign stammt von Shinichi Kameoka, während die Hintergründe von Koji Tsuda kreiert wurden. Die Musik stammt aus der Feder der wunderbaren Yoko Shimomura. Wir haben das Spiel auf PlayStation 4 und Nintendo Switch getestet, an dieser Stelle wollen wir uns herzlich bei Square Enix für die Exemplare des Spieles bedanken!  Doch was können wir von diesem Mana-Abenteuer erwarten?

Der Prolog

Vor neunhundert Jahren verbrannte der Mana-Baum. Die Kraft des Mana lebte in Mana-Steinen, verzauberten Instrumenten und Artefakten fort. Weise kämpften untereinander um die Kontrolle über diese letzten Überreste des Mana. Nach dreihundert Jahren des Krieges begann die Kraft des Mana zu schwinden. Immer weniger begehrten sie und die Welt fand wieder Frieden. Fortan fürchteten die Menschen das Verlangen zunehmend. In ihren Herzen machten sich bedeutungslose Gefühle breit und sie entfremdeten sich von mir. Sie wendeten ihren Blick von meiner unendlichen Macht ab und stritten sich um Belanglosigkeiten. Erinnert euch an mich. Sehnt euch nach mir. Ich kann euch alles bieten. Ich bin Liebe. Findet mich und schreitet an meiner Seite.

Das Spiel

In Legend of Mana übernehmt ihr die Rolle eines Protagonisten oder einer Protagonistin, dies ist frei wählbar. Ihr begebt euch auf die Suche nach dem legendären Mana-Baum. Eure Welt formt ihr euch nach euren Vorstellungen! Das heißt, dass ihr euer Spiel auf einer leeren Welt beginnt. Ihr könnt euch aussuchen, wo ihr euer erstes Artefakt platziert, um euer Haus „wachsen“ zu lassen. Städte und Dungeons werden ebenfalls durch Artefakte, die ihr später finden werdet, da platziert wo ihr es für sinnvoll erachtet. Genau so wie ihr euch die Welt formt, ist auch die Geschichte eure ganz eigene. Je nachdem welche Charaktere ihr ansprecht und wem ihr helfen wollt, erlebt ihr die Geschichten der Bewohner dieser verrückten Welt. Legend of Mana ist kein klassisches JRPG, welches einer klaren Linie folgt. Ihr entscheidet für euch selbst, was es zu tun gibt und was wichtig ist. Dies macht dieses Spiel zu etwas ganz Besonderen und Individuellen. Durch eure Entscheidungen kommt ihr auf unterschiedliche Weise in der Geschichte voran.

Schlüsselelemente

  • Verbesserte Grafik: Das Spiel bietet aufgebesserte, hochauflösende Grafik, darunter Unterstützung für 16:9, und behält doch den einzigartigen Stil und Ton des Originals bei.
  • Gebietplatzierungssystem: Mit dem einzigartigen Gebietplatzierungssystem haben Spieler die Möglichkeit, die Welt zu strukturieren und nicht-linearen Regionen und Quests zu erschaffen, die keiner traditionellen Hauptgeschichte folgen.
  • Exklusive Waffen: Spieler:innen können einzigartige Ausrüstung schmieden sowie bestehende Ausrüstung anpassen. In ähnlicher Weise kann die Instrumentenwerkstatt nach ihrer Eröffnung mächtige, verzauberte Instrumente erschaffen.
  • Minispiel „Ring-Ring-Land“: Spieler:innen können die Stärke ihrer Begleiter schnell mit verschiedenen Herausforderungen in Ring-Ring-Land aufbauen – einem Minispiel, das nie zuvor im Westen erschienen ist.

Neuheiten

  • Neue Benutzeroberfläche – Die Benutzeroberfläche von Legend of Mana wurde für die heutigen Spielsysteme aktualisiert, inklusive Optionen für die Bildschirmeinstellung und Mausunterstützung für den PC (STEAM).
  • Schnellspeichern – Legend of Mana bietet jetzt eine neue Schnellspeichern-Funktion, mit der Spieler nach Belieben ihren Fortschritt speichern können.
  • Feindbegegnungen – Können deaktiviert werden, damit Spieler die Dungeons leichter erkunden können.
  • Musikmodus – Mit dem neuen Musikmodus können Spieler den neu arrangierten Soundtrack der Spielmusik genießen.
  • Galerie – Die neue Galerie ermöglicht Spielern das Ansehen von Illustrationen und Dokumenten zur Spielwelt in Hochauflösung.
  • Unterstützung für zusätzliche Sprachen – Legend of Mana ist jetzt in acht Sprachen verfügbar: Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, traditionelles Chinesisch, vereinfachtes Chinesisch, Koreanisch und Japanisch.

Aufbau des Spiels

Anfangs kann das Ganze ein wenig verwirrend sein. Im Prinzip suchen wir in jedem neuen Ort einen auffälligen Charakter, dem wir Hilfe anbieten können. Dies löst meist eine Quest aus. Die Quests sind mal kürzer und mal länger. Gerade zu Beginn sehen wir eventuell nur wenig Sinn in unseren Begegnungen, doch im Verlauf des Spieles laufen alle Geschichten der verschiedenen Charaktere ineinander.

Gerade die Charaktere und ihre eigenen Geschichten zeichnen das Spiel aus und machen es spannend, lustig und nachdenklich. Das Design der Figuren ist unglaublich schön gemacht, wo man in manchen (gerade älteren Spielen) das Gefühl hat, dass sich einige NPCs wiederholen, ist in Legend of Mana jeder einzigartig. Zudem gibt es immer wieder Überraschungen. Manche NPCs verbünden sich mit euch für großartige Kämpfe, einige werden von euch nur indirekt unterstützt. Das Leveldesign ist genauso wunderschön wie die Charaktere. Jeder Ort, der neu erschaffen wurde und den ihr bereist, ist außergewöhnlich und bewundernswert! Für Abenteurer, die gerne Welten erkunden, ist Legend of Mana das perfekte Spiel! Es macht wirklich Spaß, hinter jeder Ecke etwas Neues zu entdecken und auszuprobieren. Unterstützt wird unsere Reise mit wunderbarer Musik. Mit der neuen Version des Spieles, erhalten wir zudem eine zusätzliche, überarbeitete Version des Soundtracks. Hier können wir zwischen dem Originalen und dem neuen Soundtrack hin- und herwechseln.

Das Gameplay ist sehr weitläufig, da wir viele Möglichkeiten habe unsere Kämpfe zu gestalten. Andererseits kann es ab und an auch mal langweilig werden. Der Protagonist/ Die Protagonistin haben nur ein sehr kleines Repertoire an Standardangriffen. Was den Kampf trotzdem spannend macht, ist, dass wir eine Vielzahl von verschiedenen Waffen nutzen können. Zu Beginn des Spieles entscheiden wir uns für eine Waffe, mit der wir anfangen wollen. Im Spiel können wir allerdings auch alle anderen Waffen einwechseln und herumprobieren. Vom Schwert über den Bogen, bis zu Speeren oder einem Zweihänder ist alles möglich. Dabei lernen wir bei Verwendung unserer Standardtechniken auch weitere Fähigkeiten dazu und erweitern so unseren Kampfstil. Leider können wir unsere Waffen nicht während des Kampfes wechseln. Das bekannte Ring-System gibt es in diesem Teil leider nicht, deswegen ist Heilen im Kampf auch nicht möglich. Das erschwert zwar den Schwierigkeitsgrad, zwingt uns aber dazu, etwas taktischer an die Kämpfe heranzugehen. Zusätzlich stehen uns noch Instrumente zur Verfügung, die es uns unter anderem ermöglichen, Irrlichter zu fangen, um weitere Instrumente herzustellen. Sie sind generell für die Magie im Spiel zuständig. Je nach Element unserer Instrumente erhalten wir mächtige Zauber, die unseren Kampf noch spannender machen.

Allerhand zu tun

Was können wir noch alles tun?

Zum einen erhalten wir später einen eigenen Garten. Hier können wir unser eigenes Gemüse und Obst anpflanzen und ernten. Diese Produkte benötigen wir, unter anderem, für den Monsterfang! Ihr habt richtig gehört, eine Runde Pokémon für alle! An manchen Stellen entdecken wir Monstereier. Sie laufen im Gebiet herum und brauchen passendes Essen, um abgelenkt zu werden. Während die Eier das Essen verschlingen, schlafen sie zufrieden ein. Im Anschluss schleichen wir uns von hinten an und fangen uns so unsere Begleiter. Sie werden direkt von unserem Postboten auf unsere Farm gebracht, auf welcher wir  alle Monster verwalten können. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten: Wir können unsere Monster trainieren und eines als Unterstützung mit auf unsere Reise nehmen oder wir schicken eines in das Minispiel „Ring-Ring-Land„. Dieses Minispiel ist sehr plump und nicht das Goldene vom Ei, allerdings können wir dadurch einige gute Gegenstände ergattern und unsere Begleiter schneller trainieren. Spielt ihr das Spiel auf Nintendo Switch, eignet sich das Spiel gut, um lästige Wartereien zu überstehen.

In unserer Werkstatt, welche sich direkt an unserem Haus befindet, können wir nicht nur Instrumente für starke Magie herstellen. Unsere Waffen und Rüstungen können wir hier entweder verstärken oder komplett neue Exemplare herstellen! Das funktioniert ganz einfach mit Gegenständen, die wir käuflich erwerben oder von Monstern nach einem Kampf erhalten. Hier ist Rumprobieren gefragt!

Eine weitere tolle Angelegenheit ist die Herstellung eines eigenen Golems. Nachdem wir eine bestimmte Quest erledigt haben, können wir ihn mit viel Geld und Materialien herstellen. Diesen können wir dann anstatt eines Monsters an unserer Seite kämpfen lassen. All diese Möglichkeiten sind nicht zwingend notwendig, um das Spiel durchzuspielen. Andere Waffen und Rüstungen können wir auch kaufen oder von Monstern erhalten. Alle Spieler und Spielerinnen, die gerne grinden und farmen, kommen hier völlig auf ihre Kosten. Diejenigen, die diese Sache eher abschreckt, können das Spiel auch gut ohne beenden.

Fazit

95/100

Nach mehreren Stunden mit Legend of Mana habe ich ein kleines Suchtproblem entwickelt. Es macht wirklich viel Spaß die Welt zu erkunden und die Geschichten der verschiedenen Charaktere zu erleben. Ich hatte gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit vergeht… mal eben hier noch den Garten abernten, ein paar Dungeons erkunden und nur noch ein paar Quests hier und da… schon waren mehrere Stunden vergangen. Es ist bisher eines meiner liebsten Mana-Spiele. Im Gegensatz zu Secret- und Trials of Mana hat es die beste Geschichte und die tiefgründigsten Charaktere, die ich benennen kann. Anfangs war ich ein wenig verwirrt, da ich nicht wusste, wie ich weiter komme. Nach meiner ersten erfolgreich absolvierten Quest lief dann alles langsam an und es hat einfach nur noch Spaß gemacht.

Trotzdem gibt es zwei Mankos, die ich leider wirklich als störend empfinde. Im Kampf selbst muss man DIREKT links oder DIREKT recht neben einem Gegner stehen, um diesen zu treffen. Oft schlägt mein Protagonist mit seiner starken Klinge ins Leere. Dadurch dass man eine angefangene Kombo nicht mehr abbrechen kann, wird man dann selbst von Monstern angegriffen. Gerade in Bosskämpfen konnte ich nicht genau einschätzen, wohin ich denn nun genau schlagen muss, um den Gegner zu verletzen. Dies sorgte für unnötige Tode und für lange, frustrierende Kämpfe. (Nach circa 17 Stunden hatte ich den Dreh aber raus…) Leider wird man auch oft von Gegnern aufgehalten und man hat nicht genug Zeit, um den Loot oder die Erfahrungspunkte aufzusammeln.

Der andere Punkt, der mich wirklich stört ist, dass die Geschichte an manchen Stellen automatisch abgespielt wird. Meistens passt die Geschwindigkeit zum Text, manchmal rennt dieser sozusagen weg. Manches kann man einfach nicht schnell genug lesen. Dies passiert auch manchmal in Textboxen, die man selbst „weiter klickt“. Der Text ist manchmal zu lang für die Box und verschwindet gelegentlich viel zu schnell. Ich fände es hier schön, wenn man sich die Texte nachträglich nochmal anschauen könnte oder die Möglichkeit hätte hoch zu scrollen. Das nervte nämlich schon sehr, dabei bin ich eine wirklich schnelle Leserin.

Trotz dieser beiden Mankos und den kleinen Startschwierigkeiten, empfehle ich das Spiel mit gutem Gewissen weiter! Für Spieler und Spielerinnen, die nicht gerne selbst denken und auf einen Questmarker angewiesen sind, ist dieses Spiel leider nichts. Für alle anderen Abenteurer und Entdecker ist Legend of Mana strengstens empfohlen!

Nun werde ich zu meinem Lil´Kaktus gehen und ihm alles über dieses Spiel erzählen. In seinem Tagebuch trägt es ein, dass es gerne ein Remaster von Sword of Mana hätte 😉

Plattform: PlayStation 4, Nintendo Switch und PC (STEAM)
Spieler: 1-2 Spieler (offline)
Genre: Action-RPG
Veröffentlichung: 24. Juni 24 2021
Lokalisation: Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, traditionelles Chinesisch, vereinfachtes Chinesisch, Koreanisch und Japanisch
Alterseinstufung: PEGI 12
Preis: 29,99 €

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