Naoki Hamaguchi im Interview: „Wir werden zur neuen Legende“
Rund um die laufende Promo-Tour zu Final Fantasy VII Revelation hat Regisseur Naoki Hamaguchi in den letzten Tagen gleich mehreren Medien ausführlich Rede und Antwort gestanden. Dabei sprach er offen über seine persönliche Herangehensweise an das große Finale, die Lehren aus Rebirth und seine Vision für die Zukunft von Final Fantasy.
Besonders bemerkenswert: Hamaguchi beschreibt seine Entwicklungsphilosophie für Revelation als eine Art Alles-oder-Nichts-Ansatz. Er gehe an das Projekt heran, als würde es niemals wieder Spin-offs oder DLC zu Final Fantasy VII geben – alles, was das Team an Ideen für die Serie hat, soll in dieses eine Spiel einfließen. Diese Kompromisslosigkeit sei auch der Grund für sein Selbstvertrauen: Er ist überzeugt, dass Revelation nicht nur an die Legende des Originals von 1997 anknüpft, sondern selbst zur neuen Legende wird.
Auf die häufig geäußerte Kritik, dass die Fülle an Nebeninhalten in Rebirth die Haupthandlung zeitweise in den Hintergrund gedrängt habe, reagiert Hamaguchi differenziert. Für ihn ist eine große Menge an Content kein grundsätzliches Design-Problem, sondern eine Frage der Spielerpräferenzen. Trotzdem habe das Team daraus gelernt: In Rebirth war beinahe der gesamte Nebeninhalt an das Materia-System gekoppelt, wodurch sich Spieler zum Abschließen jeder Nebenaufgabe verpflichtet fühlten, um ihre Charaktere zu stärken.
In Revelation werden Belohnungen nun klar getrennt: Kampfbezogene Inhalte gewähren ausschließlich kampfrelevante Boni, während Minispiele auf kosmetische Anpassungen und Flavor-Items wie Charakter- und Waffen-Skins beschränkt bleiben. So können Spieler gezielt entscheiden, welche Inhalte sie wirklich interessieren.
Während sich Rebirth laut Hamaguchi vor allem um die Bindungen zwischen den Charakteren drehte, steht in Revelation die innere Welt jeder einzelnen Figur im Fokus – Entschlossenheit und die persönliche Motivation, den finalen Kampf zu bestreiten. Das schlägt sich auch spielerisch nieder: Bei nahezu jeder Nebenquest müsst ihr entscheiden, welchen Charakter ihr auf die jeweilige Mission schickt. Diese Wahl verändert nicht nur Dialoge, sondern auch den tatsächlichen Ablauf, die Spielhandlungen und den Ausgang der Quest spürbar.
Auf die Frage, ob zukünftige Final-Fantasy-Titel von der actionorientierten Ausrichtung der Remake-Trilogie lernen könnten, betont Hamaguchi, dass er mit Remake, Rebirth und Revelation zeigen wollte, wie viel Potenzial in der Serie steckt. Final Fantasy solle beweisen, dass es mit globalen, actionreichen Open-World-Titeln konkurrieren kann. Gleichzeitig stellt er klar, dass er klassische, rundenbasierte JRPGs damit nicht abwerten möchte – beide Ansätze hätten weiterhin ihre Daseinsberechtigung, je nachdem, was für das jeweilige Projekt am besten passt.
Quelle: Kotaku, Kotaku, Nova Crystallis
Final Fantasy VII Revelation erscheint am 08.04.2027 für Playstation 5, Xbox Series X/S, Nintendo Switch 2 sowie PC (Steam).

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