Review: Oninaki Demo

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Das neue Action RPG aus dem Hause Square Enix und Tokyo RPG Factory erscheint bereits am 22. August in Japan. Noch in diesem Sommer soll es auch im Westen herauskommen. Tokyo RPG Factory war schon für die Spiele I am Setsuna und das semi-gelungene Lost Sphear verantwortlich.

Wie ist nun das neue Spiel? Wird es besser? Schlechter? Was erwartet uns?

Durch die Demo, welche am 23. Juli 2019 für PlayStation 4  und Nintendo Switch erschienen ist, kann sich jeder einen eigenen Eindruck davon machen. Wir haben sie für euch angespielt und geben euch unsere Meinung dazu. Wir bleiben hierbei weitestgehend spoilerfrei.

Die Geschichte

Kagachi ist der Hauptcharakter der Geschichte. Er ist ein Wächter und besitzt die Fähigkeit zwischen dem Diesseits und dem Jenseits hin- und herzuwandern. Es ist seine Pflicht die Seelen in das Jenseits zu geleiten und so die Gesetze der Wiedergeburt zu wahren.

In der Welt von Oninaki dürfen die Hinterbliebenen Verstorbener nicht trauern, da die Seelen der Toten sonst nicht in den Kreislauf der Wiedergeburt eintreten können und zu Monstern werden, den sogenannten Gefallenen.

Auf der Reise begleitet euch eure Kindheitsfreundin Mayura, sie ist ebenfalls eine Wächterin. Zudem stehen euch noch mächtige Dämonen (hier Daemonen) zur Seite. Sie sind starke Seelen welche nicht zu Gefallenen wurden. Durch sie wird das Kämpfen erst interessant, dazu aber später mehr.

Euer Ziel ist es also Seelen zu finden, welche sich nicht in die Wiedergeburt einreihen können und gleichzeitig will Kagachi ein mysteriöses Mädchen, das er in seiner Kindheit gesehen hat, wiedertreffen.

Spiel- und Kampfsystem

Es gibt insgesamt drei Schwierigkeitsstufen. Leicht: für alle die nur die Geschichte genießen wollen, Mittel: für diejenigen die gerne taktisch Kämpfen wollen um weiter zu kommen und Schwer: mit heftigen Kämpfen und erhöhter Beutechance. Die Stufe wirkt sich allerdings nicht auf die Geschichte aus.

Ihr spielt in der Demo den Anfang des Spieles, dieser entspricht der Vollversion und ihr könnt eure Daten später übernehmen. Jedoch sind die Fähigkeiten und die Anzahl der Stufen die ihr aufsteigen könnt beschränkt. Zu Beginn erhalten wir einen Einblick in die recht melancholische und düstere Welt. Das Setting und die Stimmung sind wirklich vielversprechend und machen Lust auf mehr. Doch gibt es einige Dinge, die mir wirklich missfallen.

In der Demo könnt ihr die Sprachausgabe nicht ändern, sie ist auf Japanisch gestellt. Eigentlich bin ich persönlich ein großer Fan der japanischen Sprache, jedoch gibt es in Oninaki insgesamt sehr wenige vollsynchronisierte Sprachpassagen. Die meiste Zeit geben die Charaktere die etwas äußern, ein „Nani?“, „Hai“, „ohh“, „iee“, „ike“ oder sonstige kurze Phrasen von sich. Das nervt auf Dauer und verleiht den Charakteren alles andere als Tiefe. Zudem stehen sich die Figuren in Gesprächen meist nur gegenüber und interagieren kaum miteinander. Die Lippen bewegen sich auch nur 3 Sekunden asynchron zum Ausruf. Das kann man besser hinbekommen!

Die Kämpfe

Nachdem wir nach dem Intro die Gegend „erkunden“ können, wird uns noch schnell die Tastenbelegung eingeblendet und es kann losgehen. Die Kämpfe gestalten sich meiner Meinung nach ziemlich schwerfällig. Ihr könnt euren Daemon rufen um eine stärkere Attacke auszuführen. Diese bestimmten Attacken haben eine kleine Abklingzeit, zudem könnt ihr euren Daemon „aufleveln“ und neue Fähigkeiten freischalten. Jeder Daemon hat zudem andere Fähigkeiten, Waffen und Ausweichsmöglichkeiten. Euer erster Daemon ermöglicht euch die Handhabe mit dem Schwert und einen kleinen Sprint nach vorn, wobei euer zweiter Daemon einen Speer führt und euch das Springen ermöglicht. Alles in allem sind die Kämpfe allerdings sehr langweilig. Euer Charakter führt dieselben fünf Angriffe immer und immer wieder aus, zudem gibt es keine wirklichen Chancen, eure Attacken zu variieren, abgesehen von den „Spezialattacken“. Dabei hört ihr die ganze Zeit immer wieder dasselbe Gestöhne „uh uh ha hya! – uh uh ha hya!“. Nach einer Weile habe ich mich dazu entschieden die nervigen Stimmen in den Einstellungen auszuschalten… Ich konnte es wirklich nicht mehr ertragen.

Die meiste Zeit über, seht ihr eure Charaktere von oben. Ähnlich wie bei Lost Sphear, die Umgebungen wirken ziemlich lieblos und zufällig generiert. An jeder Ecke lauern Gegner auf euch, was eigentlich ziemlich cool wäre, wenn das Kampfsystem auch ordentlich Spaß machen würde… aber man kann nicht alles haben.

Die Grafik ist zudem auch eher… schlecht. Ja, es soll einen gezeichneten Stil vermitteln, ein wenig den Manga-Stil ála Tales of … . Aber irgendwie hätte es mich persönlich trotzdem gefreut, wenn die Konturen zumindest scharf eingestellt wären oder die Grafik nicht zu pixelig wäre.

Ein zusätzliches Manko hierbei… die Ladezeiten. Ich habe die Demo auf einer stinknormalen PlayStation 4 gespielt. Die Ladezeiten sind bei weiten nicht so schlimm wie bei einem Final Fantasy XV, jedoch für die niedrigen Grafikanforderungen wirklich lang… 10 Sekunden sind schon nicht mehr zeitgemäß…

Wirklich gut, ist die Umsetzung zum Wechsel zwischen den Welten. Per Tastendruck kann zwischen dem Dies- und Jenseits gewechselt werden. Dies hat zwar auch eine kleine Verzögerung, jedoch macht es schon etwas her, andere Gegner zu entdecken und die Karten nochmals zu erkunden. Hier treffen wir Geister und besondere Erscheinungen der Gefallenen. Im Jenseits, kann man zudem nichts physisches Anfassen. Kisten zerschmettern oder einen Trank aufsammeln? Fehlanzeige! Doch dies finde ich ehrlich gesagt logisch. Und schlimm ist es auch nicht wirklich, da man ja sofort wieder ins Diesseits wechseln kann.

Die Städte

Kommen wir zu den Städten, abgesehen von den ziemlich langweiligen Gebieten in denen wir Kämpfen können, gibt es noch das „Kaufmannsviertel“ Deto. Hier gibt es kein einziges Geschäft, die Stadt sieht an jeder Ecke gleich aus und die NPCs haben mehrere Zwillinge innerhalb eines Frames. Viel gibt es nicht zu erkunden und durch die herumlaufenden „Einwohner“ läuft man einfach hindurch… leider.

Die Daeomonen

Die Daemonen helfen euch beim Kampf, ohne Daemon keine Waffe und keine Fähigkeiten. Ich finde die Aufmachung des Menüs ziemlich schick, allerdings dauert es etwas bis man sich zurecht findet. Die abgebildeten Artworks sind wirklich schön und auch der Skilltree kann sich wirklich sehen lassen. Abgesehen von den Fähigkeiten die freigeschaltet werden können, gibt es noch die Möglichkeit, die Erinnerungen eurer Daemonen zu sehen. Diese erzählen euch die Vorgeschichte eurer Wegbegleiter in einer kleinen (visuell sehr unschönen) „Sequenz“.

Dies verleiht dem Spiel mehr Tiefe und treibt einen voran, fleißig weiter Kämpfe zu bestreiten.

Die Atmosphäre

Allgemein ist die Atmosphäre trotzt schlichter Grafik doch sehr drückend und interessant, leider gibt es kaum prägnante Hintergrundmusik, die das Ganze noch unterstreichen könnte. Aber in Verbindung mit der düsteren Geschichte passt es eigentlich ziemlich gut.

Was mich wirklich WIRKLICH gestört hat, war die Dopplung der NPCs die ihr in den Geschichten begleitet… Es kann nicht sein, das der tote Junge aus dem ersten Part nochmals genommen wurde für eine weitere „Mission“! Er wurde zwar ein wenig abgeändert, aber ehrlich… sie könnten Geschwister sein. Ich habe das Gefühl, dass es nur 10 Charaktermodelle gibt… das ist mehr als schade!

Das Fazit

An und für sich ist die Geschichte wirklich sehr kreativ und macht Lust auf mehr! Mir gefallen die Charaktere sehr. Kagachi ist kein „Guter“ sondern ein wirklich kranker, Gefühlskrüppel, welcher oft Dinge sagt die einfach nur unverschämt oder unangebracht sind. Das macht mir Spaß, da er kein „runder“ Charakter ist. Ähnlich wie bei Lost Sphear allerdings, ist seine Kindheitsfreundin wieder einmal „der gute Part“… das ist wirklich unkreativ und ausgelutscht…

Leider mindert das träge Kampfsystem und die lieblose Gestaltung der Städte und Dungeons wirklich meine Motivation.

Ich empfehle euch einfach einmal selbst in das Spiel zu schauen und es für euch selbst zu erkunden. Gegenstimmen sind natürlich gern gesehen!

Raphaela
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